Kollektivvertrag Rechtliche Artikel

KV-Verhandlungen 2024

Wir angestellten Apothekerinnen und Apotheker sind die Stützen der mediznischen Nahversorgung der Österreicherinnen und Österreicher. Egal ob in Pandemiezeiten, in der Nacht, bei Infektionswellen oder am Wochenende, wir halten das System der Apotheken am Laufen. Für unseren Einsatz erwarten wir eine faire Behandlung und Respekt. Dazu gehört, dass wir zumindest nicht weniger in der Tasche haben wollen als im Jahr zuvor.

Betrachtet man die österreichischen Kollektivvertragsverhandlungen der letzten Wochen sieht man, dass der vollständige Ausgleich der Inflation in faktisch allen Branchen umgesetzt wird. Taschenspielertricks wie Einmalzahlungen oder gar der Griff in den Topf anderer Sozialleistungen ist dabei ein No-go. Aber genau mit solchen möchte der Apothekerverband mit uns Apothekerinnen und Apothekern verfahren: Sie bieten gerade einmal die Hälfte(!) des Inflationsanstiegs als echten Lohnausgleich, den Rest wollen sie durch Einmalzahlungen und den Griff in die Pensionstöpfe ausgleichen. Frei nach dem Motto: „In einem Jahr habt ihr dann faktisch weniger als heute in der Tasche und zahlt euch einen Teil davon gleich selbst.“ Dieses „Angebot zur Gehaltskürzung“ ist schäbig und werden wir nicht annehmen.

Argumente wie „wir bieten euch den Anstieg der Deckungsbeiträge“ (4,3%) sind dabei ein blanker Hohn. Dieses Jahr haben die Mehreinnahmen durch Tests wie bereits in den letzten Jahren Beträge in Millionenhöhe zusätzlich in die Taschen der Apotheken gespült. Der Ausgleich der Inflation und damit der Erhalt unseres Lohns – ohne irgendeine Partizipation an den Geschäftserfolgen der Selbstständigen – würde einen Bruchteil davon kosten. Wir befinden uns in einer krisenresistenten Branche – ganz anders als hart umkämpfte Sektoren wie der Handel oder von der Weltwirtschaft gebeutelte wie die Industrie. Und trotzdem wollen unsere Arbeitgeber nicht einmal über deren Hürde springen.

Wir werden, wie immer, konstruktiv und offen in die nächsten Verhandlungsrunden gehen. Aber auch mit aller Härte – weil wir angestellte Apothekerinnen und Apotheker Respekt und Anerkennung verdient haben!

Ihr VAAÖ-Präsidium und Ihr KV-Team