Impfen in der Apotheke
Grundsatzentscheidung der Bundesregierung
Klarer Auftrag für „Impfen in der Apotheke“
Heute wurde durch die Bundesregierung erstmalig eine wegweisende Grundsatzentscheidung getroffen: Wir Apothekerinnen und Apotheker sollen ab 2027 endlich impfen dürfen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
was in den meisten anderen Ländern bereits seit Jahren ein unverzichtbarer Service im Gesundheitswesen ist, ist nun aller Voraussicht nach auch bei uns in Österreich angekommen:
Impfen in der Apotheke soll ab 2027 erlaubt werden!
Diese Grundsatzentscheidung der Bundesregierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Impfraten in unserem Land im Vergleich zu den anderen Staaten extrem niedrig sind und weiter sinken, entsprechende Kampagnen wenig fruchten und die Ärztinnen und Ärzte überlastet sind.
Mit über 3.000 Apothekerinnen und Apothekern, die bereits die Impfausbildung absolviert haben, stehen zusätzliche, bestens ausgebildete Fachkräfte bereit, flächendeckend in ganz Österreich und mit einem niederschwelligen Zugang.
Darauf haben wir seit Jahren konsequent hingearbeitet, gegen den Widerstand der starken Ärztelobby.
In weiterer Folge werden nun „Gespräche mit den Systempartnern“ stattfinden, wie aus dem Gesundheitsministerium verlautet, u.a. mit dem Ziel die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen und die notwendigen Rahmenbedingungen festzulegen.
Die Entscheidung, ApothekerInnen das Impfen zu erlauben, ist eine logische und sinnvolle Maßnahme. Das hat nun nach jahrelanger, hartnäckiger Überzeugungsarbeit auch die Politik akzeptiert und die längst fällige Konsequenz daraus gezogen. Denn Apothekerinnen und Apotheker sind bestens etablierte Gesundheitsdienstleister, die täglich mit über 500.000 KundInnen und PatientInnen in Kontakt stehen und sie beraten, auch zu den diversen Impfungen. Sie sind DIE Arzneimittelfachleute und haben ein fundiertes Wissen über Impfstoffe und deren Anwendung. Und das Wichtigste: Sie genießen das Vertrauen der Menschen in Österreich.
Durch die Einbindung der Apothekerschaft können die Durchimpfungsraten bei Impfungen z.B. gegen Influenza, FSME, COVID-19 etc. sowie Auffrischungsimpfungen signifikant verbessert werden, wie Erfahrungen aus anderen Ländern eindrucksvoll belegen.
Impfen in der Apotheke nutzt allen: Der Bevölkerung, den Kostenträgern sowie dem Gesundheitssystem und uns Apothekerinnen und Apothekern.
- Der Bevölkerung, weil deren Impfschutz – und in Folge die Herdenimmunität – deutlich erhöht werden kann. Damit sind auch besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen, die nicht geimpft bzw. keinen Impfschutz aufbauen können, wie Säuglinge, Schwangere, multimorbide bzw. chronisch kranke PatientInnen und Hochbetagte besser geschützt.
- Den Kostenträgern und dem Gesundheitssystem, weil kostenintensive Folgeschäden durch vermeidbare Erkrankungen verhindert werden können. Zudem wird der niedergelassene Bereich massiv entlastet.
- Uns Apothekerinnen und Apothekern, weil wir damit unsere Expertise einmal mehr unter Beweis stellen und uns damit als maßgeblicher Versorgungsfaktor in Sachen Gesundheit noch stärker positionieren können.
Durch „Impfen in der Apotheke“ können sofort über 1.000 zusätzliche Impfstellen etabliert werden, wohnortnah, ohne Terminvereinbarung und mit langen Öffnungszeiten.
Bereits über 3.000 Kolleginnen und Kollegen österreichweit haben das Impfcurriculum erfolgreich absolviert; und das quasi „auf Verdacht“ hin, also rein mit der Hoffnung einmal impfen zu dürfen. Das zeigt das große Interesse und die Bereitschaft der KollegInnen, einen Beitrag zur Bekämpfung impfpräventabler Erkrankungen zu leisten.
Ihre Expertise und Erfahrung werden voraussichtlich ab nächstem Jahr dazu beitragen, dass Impfungen breiter angeboten sowie effizient und sicher durchgeführt werden können. Zudem spielen wir eine wichtige Rolle darin, die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären, um mögliche Bedenken oder Unsicherheiten zu adressieren und auszuräumen. Was unser Berufsstand mit seinem Engagement und seiner Kompetenz bewirken kann, hat er bereits im Rahmen der COVID-19-Pandemie, der Lieferengpässe etc. eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Diese bemerkenswerten Leistungen in den vergangenen Jahren haben die jetzige Entscheidung der Bundesregierung sicherlich positiv getriggert.
Ein herzliches Dankeschön an Sie, unsere Kolleginnen und Kollegen! Ohne Ihren konsequenten Einsatz für die Menschen in Österreich und Ihrem Fortbildungswillen hätten wir diese historische Grundsatzentscheidung nicht erreichen können.
Neben den nun folgenden essenziellen Gesprächen wird unsere weitere Aufgabe sein, die Kolleginnen und Kollegen, die Impfungen in Zukunft durchführen werden, umfassend zu unterstützen, damit sie sich auch in diesem Aufgabenbereich rundum sicher fühlen können.
Wir Apothekerinnen und Apotheker sind gut vorbereitet und bereit, diesen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung zu leisten und die Gesundheit der Bevölkerung auch in Bezug auf durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen zu schützen.
Über die näheren Rahmenbedingungen und notwendigen Maßnahmen halten wir Sie am Laufenden.
Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi
VAAÖ-Vizepräsidentin und Obmannstellvertreterin der Österr. Apothekerkammer
für das Team des VAAÖ, des Verbandes angestellter Apotheker Österreichs

„Wir haben über Jahre hinweg mit aller Kraft gekämpft und die Voraussetzungen dafür geschaffen. Dieser Einsatz hat sich jetzt gelohnt. Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns auf diesem schwierigen Weg begleitet haben – allen voran meine Stellvertreterin Susanne Ergott-Badawi sowie Kammerpräsidentin Dr. Mursch-Edlmayr – und an die Kolleginnen und Kollegen, die Impfen in der Apotheke in Zukunft möglich machen.“
Mag. pharm. Raimund Podroschko
VAAÖ-Präsident und 1.Obmann der Österreichischen Apothekerkammer

„Seit ich 2017 meine Tätigkeit im Präsidium der Österreichischen Apothekerkammer begonnen habe, ist eines meiner größten Ziele, dass wir ApothekerInnen impfen dürfen. Über 3.000 KollegInnen haben ebenfalls daran geglaubt und das Impfcurriculum absolviert, obwohl noch nicht klar war, wie es weitergeht. Nun hat sich die jahrelange Überzeugungsarbeit ausgezahlt; wir sind einen großen Schritt weiter. Ich freue mich riesig!“
Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi
VAAÖ-Vizepräsidentin und Obmannstellvertreterin der Österr. Apothekerkammer
für das Team des VAAÖ, des Verbandes angestellter Apotheker Österreichs
Für Fragen steht Ihnen das VAAÖ-Team unter 01 404 14 410 montags bis freitags von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr oder per E-Mail unter info@vaaoe.at gerne zur Verfügung.
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