Apothekerkammerwahl 2017 - VAAÖ-Landesgruppenobleute - Niederösterreich

pharmazie sozial: Sie sind Landesgruppenobfrau von Niederösterreich; warum engagieren Sie sich in der Standespolitik auf Angestelltenseite?

Mag. Biermeier: Ich möchte dazu beitragen, dass wir angestellte Apotheker unseren schönen Beruf unter den bestmöglichen Arbeitsbedingungen – trotz aller Problemstellungen – ausüben können, d. h. in Selbstverantwortung und auf gleicher Augenhöhe mit den anderen Gesundheitsberufen. Wir müssen unsere individuelle Beratungsleistung, unsere persönliche Zuwendung für unsere Kunden und Patienten erhalten. Denn die Apotheken können nur bestehen, wenn sie diesen Mehrwert, der allein uns vom Internet und anderen Quellen unterscheidet, auch weiterhin gewährleisten. Das ist aber nur mit einer ausreichenden Anzahl pharmazeutischer Fachkräfte möglich. Deshalb darf hier keinesfalls wegen eines falsch verstandenen Drucks zur Kosteneinsparung gekürzt werden. Es müsste vielmehr der bürokratische Aufwand, der immer mehr wird, eingedämmt werden. Denn der Kunde merkt sehr wohl, von wem er betreut wird. Für uns alle – Angestellte wie Selbständige – ist es essenziell, dass unsere Kunden und Patienten auch weiterhin spüren, dass wir das Beste für sie wollen; dazu gehört, dass wir unser Wissen, unsere Kompetenz dafür einsetzen, und dass wir dafür auch die nötige Zeit zur Verfügung haben.

pharmazie sozial: An welchen Projekten bzw. Herausforderungen arbeiten Sie derzeit vorrangig?

Mag. Biermeier: Ich habe das Glück, in einem tollen Team zu arbeiten, in dem wir uns die Zeit für das persönliche Gespräch mit unseren Kunden und Patienten nehmen können. Und auch in der Landesgeschäftsstelle liegen uns unsere Patienten am Herzen. So haben wir etliche Screeningmaßnahmen in Niederösterreich federführend umgesetzt und damit viele Menschen entsprechend früh einer Therapie zuführen können. Darüber hinaus ist mir ein adäquates Schnittstellenmanagement ein Anliegen; die Entlassung aus dem Krankenhaus soll gemeinsam mit den Apothekern vonstatten gehen. So sollte z. B. der Patient endlich mit einem Rezept und nicht mit dem leidigen Arztbrief das Krankenhaus verlassen können. Wir haben in den vergangenen Jahren ein gut funktionierendes Netzwerk zu Landesregierung, Landesholding und Sozialversicherung aufgebaut, das ich jedenfalls weiter intensivieren möchte, was derzeit aufgrund der Personalrochaden nicht ganz einfach ist.
Alle unsere Projekte setzen bestens ausgebildete Pharmazeuten voraus. Deshalb ist auch einer meiner Schwerpunkte, unseren Kollegen ein breit gefächertes Fort- und Weiterbildungsprogramm anbieten zu können.

pharmazie sozial: Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Funktionsperiode gesetzt?

Mag. Biermeier: Meine Ziele sind, dass unsere Patienten, unsere Kunden auch in den kommenden Jahren zu uns in die Apotheke kommen und meinen: „Was Sie mir letztens empfohlen haben, war super!“ oder „Ich warte lieber auf die Frau Magistra.“ Dann haben wir unsere Arbeit richtig gemacht. Dass wir dazu in der Lage sind, dafür möchte ich mich einsetzen!

 

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