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03.11.2020

Terroranschläge - Dienstverhinderung?

Foto (c) shutterstock / Prath

Von einer Dienstverhinderung ist immer dann auszugehen, wenn die Erbringung einer Dienstleistung nicht möglich ist. Dafür kann es persönliche Gründe geben oder auch Elementarereignisse, wie Naturkatastrophen oder auch Terroranschläge.

Dort wo polizeiliche Sperren es unmöglich machen die Apotheke zu erreichen, ist es somit klar, dass eine Dienstverhinderung vorliegt – Dienstnehmer müssen nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen und erhalten ihr Entgelt weiter bezahlt.

Die Landesgeschäftsstelle Wien der Österreichischen Apothekerkammer empfiehlt dringend allen Apotheken des ersten Bezirks heute geschlossen zu halten und hat dies auch mit dem Magistrat der Stadt Wien abgesprochen. Für die notwendige Arzneimittelversorgung soll die Dienstbereitschaft der letzten Nacht fortgesetzt werden.

Auch die Dienstnehmer dieser Apotheken haben Anspruch auf Fortzahlung Ihres Entgelts, da sie ihre Arbeitsleistung nicht erbringen können – sie müssen die Arbeitszeit daher auch nicht nachbringen.

Liegt die Apotheke nicht in der Nähe des Tatorts aber in Wien und möchte der Dienstnehmer / die Dienstnehmerin wegen der fraglichen Sicherheitslage nicht zur Arbeit fahren, ist die Rechtslage leider nicht so einfach, da für Apotheken eine Betriebspflicht besteht und diese folglich nicht einfach schließen können.

In den Apotheken, die hier offen halten, sollte man am Besten das Gespräch mit dem Dienstgeber suchen, um eine Einteilung zu finden, ob und wenn ja, welche Dienstnehmer zur Arbeit zu erscheinen haben – immerhin wird auch der Kundenandrang an so einem Tag eher gering ausfallen und somit weniger Personal vonnöten sein.

Für die Dienstnehmer in diesen Betrieben, die dann letztlich zu Hause bleiben, kann auch nicht so eindeutig von einem Dienstverhinderungsgrund ausgegangen werden, da die Apotheke geöffnet ist und die Arbeitsleistung daher prinzipiell möglich wäre.

Aus rechtlicher Sicht muss man hier unterscheiden: Bei Freistellung auf Wunsch des Dienstnehmers sind die ausgefallenen Stunden als Minusstunden zu werten. Wäre der Dienstnehmer dienstbereit und ordnet der Dienstgeber an, dass er zu Hause bleiben soll, wäre es eine Dienstfreistellung und keine Minusstunden zu schreiben. Jedenfalls zu empfehlen wäre auch bezüglich der Bewertung der Ausfallstunden das Gespräch mit dem Dienstgeber zu suchen um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Wir wünschen allen Wienerinnen und Wienern, alles Gute und vor allem, dass sich die Situation schnell entspannt!

In Gedanken sind wir bei den Opfern dieses grausamen Attentats sowie bei deren Angehörigen.

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