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09.11.2010

Achtung! Empfindliche Verteuerung des Schulzeiteneinkaufes für die Pension ab 2011!

Ein Beitrag von Dr. Vera Moczarski

Während mit den Ansätzen für 2010 dzt. für einen Monat Höhere Schule € 312,36 und für einen Monat Hochschule € 624,72 zu bezahlen sind, würde jeder Monat (Oberstufe Höhere Schule genauso wie Studienzeiten) nach den in Aussicht gestellten neuen Bestimmungen € 937,08 kosten. Steigt die Höchstbeitrags-grundlage zur Sozialversicherung wie in den letzten Jahren um € 90,--, so wird jeder Monat Schul- und Hochschulzeiten, den Sie 2011 zum Kauf beantragen, € 957,60 (das sind 22,8% der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage) kosten.

Nota bene! Alle vor dem 01.01.1955 Geborenen müssen zusätzlich (zu den heutigen Preisen wie den neuen nach den geplanten Erhöhungen) Risikozuschläge von 66% (bis 55.Lebensjahr), 122% (bis 60. Lebensjahr) und 134% (über 60) veranschlagen.

! Kosten steigen von € 312,36/624,72 heuer auf einheitlich € 957,60 pro Monat nächstes Jahr zuzüglich allfälliger Risikozuschläge!

Damit muß ein Akademiker, für die Zeiten, die er in Ausbildung verbracht hat, die Dienstgeber- und Dienstnehmerbeiträge so bezahlen, als hätte er in Höhe der heutigen Höchstbeitragsgrundlage verdient, während Versicherte, die nach der Pflichtschule ins Arbeitsleben eingetreten sind, nach dem alten Recht die gleichen Versicherungsmonate erworben haben, für die jedoch lediglich Beiträge in Höhe der Lehrlingsentschädigung geflossen sind. Gegen diese Ungerechtigkeit werden wir uns in unserer Stellungnahme natürlich ausdrücklich aussprechen.

Wenn Sie einen Schulzeiteneinkauf in Erwägung ziehen, sollten Sie sich umgehend diesbezügliche Informationen von der Pensionsversicherungsanstalt holen.

Nach den uns erteilten Auskünften kann die PVA, soweit Ihre Daten erfasst sind, für alle Stichtage bis jedenfalls 2016 (eventuell 2017) Vergleichsberechnungen ad hoc bei einem persönlichen Beratungstermin ausdrucken. Alle jüngeren Versicherten müssen ihre Berechnungswünsche schriftlich an die PVA richten. Mit erheblichen Wartezeiten muß gerechnet werden.

Antrag auf Einkauf noch heuer stellen – heurige Preise sichern - Rentabilität klären – einkaufen oder Antrag zurückziehen

Stellen Sie vorsichtshalber sofort einen Antrag auf Einkauf der Schulzeiten. Mit dem Eingangsstempel auf dem Antragsformular sichern Sie sich die heuer geltenden Preise. Verbinden Sie den Antrag auf Einkauf mit einem Antrag auf Ratenzahlung (bis zum Ausmaß der doppelten Zahl an Monaten, die eingekauft werden können). Diese Raten müssen Sie dann regelmäßig zahlen, um die Höhe der zu bezahlenden Beträge auf der Basis 2010 zu behalten. Nach einer Unterbrechung wären die dann aktuell geltenden Preise zu bezahlen! Sind für Sie Anpassungen in den Zahlungen erforderlich, setzen Sie sich mit dem zuständigen Sachbearbeiter bei der PVA in Verbindung und besprechen Sie Ihre Wünsche mit ihm.

Sollten die in der Zwischenzeit erhobenen Zahlen ergeben, dass sich der Schulzeiteneinkauf Ihrer Meinung nach doch nicht lohnt, können Sie den Antrag auf Einkauf formlos zurückziehen.

Die Ratenzahlung über einen längeren Zeitraum hat auch den Vorteil, dass Sie auf inzwischen noch eintretende Änderungen im Pensionsrecht reagieren und die Zahlungen gegebenenfalls stoppen können.

Früherer Pensionsantritt durch Schulzeiteneinkauf nur mehr bedingt

Durch den Schulzeiteneinkauf können Sie u.U. einen früheren Pensionsantritt erreichen. Die „normale“ vorzeitige Alterspension gibt es nur mehr auslaufend für Geburtsjahrgänge bis Mitte 1957 Frauen/1952 Männer (Pensionsantritt aber nur mehr unwesentlich vor dem Alterspensionsstichtag möglich), sonst kommt nur die „Hacklerpension“ in Frage, wobei aber für alle nach 1953/1958 geborenen Versicherten der Schulzeiteneinkauf nicht mehr auf die erforderlichen Zeiten angerechnet wird.

Verbesserung der Pensionshöhe

Der zweite Grund für den Schulzeiteneinkauf ist die Auswirkung auf die Pensionshöhe. Dabei sind die eingesetzten Kosten (der Schulzeiteneinkauf ist voll steuerlich absetzbar, auch kann ein Ehepartner dem anderen Zeiten einkaufen, was dann Sinn macht, wenn der kaufende Partner in eine höhere Steuerprogression fällt) der möglichen höheren Pension gegenüberzustellen (die allerdings auch lohnsteuerpflichtig ist), um festzustellen, in welchem Zeitraum sich die Kosten amortisieren.

Pension nach dem alten Bemessungsgrundlagenrecht

Alle, die vor 1955 geboren sind, fallen in die alte Regelung nach dem Bemessungsgrundlagensystem, wobei die Pension nach der Pensionssicherungsreform 2003/2004 mit der geschützten Vergleichspension verglichen wird, durch die der Verlust aufgrund der neuen Regelungen (vorerst noch) begrenzt wird. Diese Versicherten sind allerdings ab vollendetem 50. Lebensjahr mit Risikozuschlägen konfrontiert, was die Rentabilität eines Einkaufes stark verschiebt, insbesondere, wenn Sie nur im Teildienst arbeiten.

Pensionskonto und Parallelrechnung

Für alle, die ab 1955 geboren sind, wird seit 01.01.2005 ein Pensionskonto (Sie können übrigens beantragen, jährlich den aktuellen Stand Ihres Pensionskontos zugesandt zu bekommen) geführt, dem pro Versicherungsjahr 1,78% des beitragspflichtigen Jahresentgelts gutgeschrieben, jährlich aufgewertet und weiter geschrieben werden. Die Pensionsberechnung erfolgt nach der sogenannten Parallelrechnung. Dabei werden für die gesamten vom Versicherten erworbenen Versicherungszeiten zwei fiktive Pensionen berechnet: die eine nach dem Bemessungsgrundlagen-system (inkl. Vergleich zwischen Pensionssicherungsreform und Vergleichspension), die andere nach dem fiktiven in die Zeit vor 2005 zurückgerechneten Pensionskonto. Die tatsächliche Pension errechnet sich dann anteilig aus der nach den alten und der nach den neuen Regeln berechneten fiktiven Pension. Da die fiktive Pensionskontopension niedriger ist, als die Bemessungsgrundlagenpension, kann durch den Einkauf von Schulzeiten, die vor dem Umstellungsjahr 2005 liegen, der Anteil der Altpension vergrößert und damit auch die Gesamtpension erhöht werden.

Treffsichere Vorausberechnungen werden allerdings nur insoweit möglich sein, als Sie eine Prognose stellen können, wie Sie bis zum Pensionsstichtag arbeiten = pensionsversicherungsrelevant verdienen werden. Also z.B.: „immer über der Höchstbeitragsgrundlage“ oder „weiter wie dzt.“ Größere bzw. unvorhersehbare Schwankungen stellen die Treffsicherheit der Berechnungen in Frage.

Pension nur nach Pensionskonto

Wer nur Versicherungszeiten ab 2005 erwirbt, bekommt aus heutiger Sicht eine reine Pensionskontopension.

Die Amortisationszeit für den Schulzeiteneinkauf bei Pensionen, die nur nach dem Pensionskonto berechnet werden, beträgt fast 13 Jahre. Im Falle der Parallelrechnung sind die Einkaufskosten u.U. schneller amortisierbar.

Die Unwägbarkeiten liegen auch in möglichen künftigen Pensionsreformen. Die Frage ist, ob und ab wann die Verlustbeschränkung durch die Vergleichspension gegenüber der Berechnung nach der Pensionssicherungsreform nach dem alten Bemessungsgrundlagensystem wegfällt bzw. ob und ab wann die Parallelrechnungabgeschafft wird. Da im Pensionsrecht der Vertrauensgrundsatz von Bedeutung ist, können sich im Normalfall die Jahrgänge, die kurz vor der Pension stehen, relativ sicher vor verschlechternden Reformen fühlen. Je jünger Sie sind, umso weniger können Sie auf eine nach heutiger Rechtslage gestellte Prognose setzen.

Wer sollte am ehesten die Gelegenheit noch nützen?

Von Interesse wird daher das schnelle Reagieren zum jetzigen Zeitpunkt am ehesten für die Jahrgänge, die ab 1955 geboren sind (keine Risikozuschläge), nach heutiger Rechtslage unter die Parallelrechnung fallen und einen doch erheblichen Anteil ihrer Versicherungszeitenvor dem Jahr 2005 im alten Recht mit möglichst hoher Beitragsgrundlage erworben haben.

Vorgangsweise

Für diese Versicherten sollte die erste Feststellung der Versicherungszeiten schon durchgeführt worden sein (entsprechende Fragebögen werden in der Regel zugeschickt, wenn der Versicherte Anfang 40 ist). Überlegen Sie sich ein aus heutiger Sicht wahrscheinliches Szenario aus gewünschtem Pensionsstichtag – bei der Ermittlung des frühest möglichen Pensionsstichtages anhand eines aktuellen oder fortgeschriebenen Pensionsversicherungszeitenverlaufes können wir behilflich sein - und weiterer Beitragsgrundlagenentwicklung. Lassen Sie sich aufgrund dieses Szenarios ausrechnen, wie viele Monate Sie einkaufen können und wie hoch die Pension nach

  • der Pensionssicherungsreform
  • der Vergleichsrechnung
  • dem Pensionskonto
  • der Parallelrechnung

mit und ohne den für Sie zum Einkauf in Frage kommenden Schul- und Hochschulzeiten ist. Sie können auch versuchen, Berechnungen nur mit Schulzeiten zu bekommen, da diese nach dem alten Recht rentabler sind, wenn Sie einen Teileinkauf in Erwägung ziehen.

Da die Berechnungen sehr komplex sind und lediglich die PVA über die dazu erforderlichen Daten und Programme verfügt, können wir die Berechnungen leider nicht vornehmen.

Wir unterstützen Sie aber gerne bei der Vorbereitung der Fragen, der Erstellung des Szenarios und der Ausdeutung der Berechnungen.

Wir für Sie ! Es berät Sie gerne das JuristInnenteam des VAAÖ unter 01 / 404 14/411 oder rechtsberatung@vaaoe.at.

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