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14.09.2020

Kollektivvertragsverhandlungen - Umfrage3

Foto (c) shutterstock / Radachynskyi Serhii

Zehntelmeldung und Arbeitszeitverkürzung
Wie wir alle wissen, erfolgt die Besoldung der Apotheker über die Pharmazeutische Gehaltskasse, wobei das gemeldete Dienstausmaß einer Wochenstundenanzahl entsprechen muss, die durch 4 teilbar ist -  die berühmte „Zehntelmeldung“, da der Volldienst mit 40 Wochenstunden festgelegt ist.
Ursprung dieser Meldebestimmung sind die früher allgemein geltenden, heute eher seltenen, Öffnungszeiten der Apotheken: 4 Stunden am Vormittag, dann 2 Stunden Mittagspause und anschließend 4 Stunden am Nachmittag.

In den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Arbeitszeiten in Österreich allgemein schrittweise von 43 über 42 auf 40 Wochenstunden reduziert. Als Ende der 70er Jahre die meisten Kollektivverträge auf 38,5 Wochenstunden umgestellt wurden, konnte der Kollektivvertrag für Pharmazeutische Fachkräfte nicht mitziehen – nicht nur wegen der vorgesehenen Zehntelmeldung, sondern auch wegen der geltenden Öffnungszeiten (s. o.), die eine 38,5-Stunden-Woche unpraktikabel machten.
Abgesehen von ihrer historischen Rolle gibt es natürlich in der Praxis einiges an Für und Wider betreffend die Zehntelmeldung: Zum einen beschränkt sie die Möglichkeiten beim Dienstausmaß und verkompliziert die Abgeltung von zusätzlich geleisteten einzelnen Stunden, da immer nur 4 Stundenblöcke gemeldet werden können. Andererseits haben - gerade Dienstnehmer, die häufig umgemeldet werden – eine gewisse Konstante betreffend ihr Dienstausmaß sowie die damit in Zusammenhang stehende Entlohnung bzw. Urlaubsberechnung und erleichtert die Berechnung allfälliger aliquoter Ansprüche von Teildienstleistenden.

Unser Kollektivvertragspartner, der Österreichische Apothekerverband wünscht sich nun ein Abgehen von der Zehntelmeldung, also die Möglichkeit eine von den Vierstundenblöcken abweichende Wochenarbeitszeit bei der Pharmazeutischen Gehaltskasse melden zu können.

Diesbezüglich muss vorab festgestellt werden, dass auch in diesem Fall eine Mindestmeldung von 8 Wochenstunden jedenfalls Grundvoraussetzung bleiben muss, da eine geringere Arbeitszeit in schon aus pharmazeutisch fachlichen bzw. apothekenrechtlichen Gründen auch weiterhin nur in Ausnahmefällen möglich sein darf.
Allerdings stünde bei einem Abgehen von der Zehntelmeldung auch einer Verkürzung der Arbeitszeit nichts entgegen. Zu bedenken ist dabei, dass in fast allen Branchen – von den Apotheken abgesehen - österreichweit bereits eine kürzere Wochenarbeitszeit gilt und derzeit immer öfter der Ruf nach der 35-Stunden-Woche zu hören ist.
Eine geringere Wochenarbeitszeit darf in diesem Zusammenhang jedoch nicht zu einer Kürzung des Entgelts führen. Vielmehr muss für die geringere Arbeitszeit dasselbe Gehalt bezahlt werden bzw. muss eine Beibehaltung des (Teildienst-) Dienstausmaßes zu einer höheren Entlohnung führen, da durch die Verminderung der Wochenstunden im Volldienst der Prozentsatz für den Teildienst steigt.

Beispiel: Die Wochenstundenanzahlt für den Volldienst wird von 40 Stunden auf 38 Stunden gesenkt. Der Teildienst im 5/10-Dienst, mit 20 Wochenstunden, arbeitet somit nicht mehr 50%, sondern nunmehr 52,63% der Stundenanzahl im Volldienst. Wenn wir nun ein monatliches Gehalt im Volldienst von € 4.000,- annehmen, erhält der Teildienst mit seinen 20 Wochenstunden nunmehr statt € 2.000,- € 2.105,26,-. Der Volldienst erhält zwar weiterhin € 4.000,- arbeitet jedoch jede Woche um 2 Stunden weniger als zuvor.

Da die „live/work – Balance“ in unserer Gesellschaft mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und gleichzeitig die effektive Arbeitszeit durch immer sparsameren Personaleinsatz seitens der Betriebe intensiver wird, wollen wir von Ihnen/Euch, unseren Mitgliedern, wissen, wie Sie/Ihr über eine Forderung nach Arbeitszeitverkürzung denken.

Deshalb unsere Bitte: Nehmen Sie an unserer Umfrage zum Kollektivvertrag teil!

Ihr Raimund Podroschko
VAAÖ-Präsident
Vizepräsident der Apothekerkammer

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