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04.03.2019

Karfreitag

Bisher war der Karfreitag aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung für die Angehörigen der evangelischen und der altkatholischen Kirche sowie der Methodistenkirche ein Feiertag, für die Angehörigen aller anderen Glaubensgemeinschaften jedoch ein normaler Werktag.

Gegen diese Regelung hat ein Dienstnehmer geklagt, weil er sich durch den Umstand, dass er für seine Arbeit am Karfreitag keinen Feiertagszuschlag erhielt, „ungleich“ und somit rechtswidrig behandelt fühlte. Der EuGH hat in der Folge entschieden, dass es sich tatsächlich um eine Ungleichbehandlung handelt und der Karfreitag daher entweder für alle ein Feiertag sein muss oder eine andere, für alle gleiche, Regelung geschaffen werden muss.

  • Die neue Regelung: Der Karfreitag ist ab sofort für niemanden mehr ein Feiertag!
  • „Persönlicher Feiertag“ dafür kann jeder Dienstnehmer einen Tag aussuchen, an dem er sich ohne Urlaubsvereinbarung einen Urlaubstag nehmen kann, sofern er dies 3 Monate im Vorhinein seinem Dienstgeber bekannt gibt. Arbeitet er dann aus betrieblichen Gründen auf Wunsch seines Dienstgebers an diesem Tag doch, ist seine Arbeit wie Feiertagsarbeit abzugelten (also zusätzlich Grundlohn plus 100% Zuschlag bei gleichzeitigem Abzug eines Urlaubstages).
  • Übergangsbestimmung: in den nächsten 3 Monaten (Ab Inkrafttreten) reicht eine Vorankündigungsfrist von lediglich 2 Wochen.    

Rechtlich problematisch wird der in der aktuellen Regelung vorgesehene gesetzliche Eingriff in bestehende Kollektivverträge gesehen. Der Kollektivvertrag für pharmazeutische Fachkräfte ist allerdings nicht betroffen, da er keine Regelung zum Karfreitag enthält – sondern hier schon immer die gesetzlichen Bestimmungen direkt zur Anwendung kamen.

Fazit: Evangelische, Altkatholiken und Methodisten verlieren einen Feiertag. Für Dienstnehmer anderer Konfessionen ändert sich insofern wenig, als ein Dienstgeber auch bisher den Urlaubswunsch eines Dienstnehmers nur aus wichtigen betrieblichen Gründen ablehnen durfte. Neu ist das Feiertagsentgelt, das er bekommt, falls er aus betrieblichen Gründen doch arbeitet. Dienstgeber müssen mit unliebsamen Urlaubswünschen (zB alle Dienstnehmer am selben Fenstertag) rechnen und gegebenenfalls einen geleisteten Arbeitstag mit Zuschlägen bezahlen.

Foto: © Adobe Stock / 222206429

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