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08.10.2020

Impfen in der Apotheke - Frankreich zeigt, wie's geht

Foto (c) Shutterstock / funnyangel

Seit 1. Oktober darf landesweit in allen französischen Apotheken gegen Grippe geimpft werden. VAAÖ-Vizepräsidentin Susanne Ergott-Badawi erläutert dazu: „Damit reagiert die französische Regierung darauf, dass mit den bisherigen Impfkampagnen und –angeboten das angestrebte Ziel einer Durchimpfungsrate von 75 Prozent bei den Risikogruppen bei weitem nicht erreicht werden konnte.“ Vor fünf Jahren lag die Durchimpfungsrate bei 46 Prozent, weswegen Pilotversuche in Apotheken in zwei Regionen gestartet wurden. Am Ende der Saison 2017/18 waren bereits 5.030 Apotheker autorisiert, in 2.809 Apotheken zu impfen – das waren mehr als die Hälfte aller Apotheken in den beiden Regionen. In der ersten Saison ließen sich bereits fast 160.000 Personen in der Apotheke impfen, davon waren 79 Prozent über 65 Jahre alt, 28% chronisch krank. VAAÖ-Präsident Raimund Podroschko betont, dass damit in der Zielgruppe eine Steigerung der Impfrate um 10 Prozent erreicht werden konnte, und fordert in Bezug auf die Situation in Österreich: „Wenn in Frankreich die Impfrate von 46 Prozent als zu niedrig angesehen wurde und zu dem Pilotversuch mit den Apothekern geführt hat, was sagen wir dann in Österreich mit unserer bei weitem geringeren Durchimpfungsrate? Es ist höchste Zeit, effiziente Maßnahmen zu setzen, die wirklich einen Unterschied machen. Wir ApothekerInnen können das!“

In der Grippesaison 2018/19 wurde der Pilotversuch auf insgesamt vier Regionen ausgeweitet, und es wurden bereits 743.560 Impfungen in Apotheken durchgeführt (60% der Apotheken). Davon erfolgten 78 Prozent bei Personen über 65 Jahren, 34 Prozent bei Chronikern und 3,5 Prozent bei Schwangeren. Damit haben ApothekerInnen während der 2jährigen Pilotphase mehr als 900.000 Menschen gegen Grippe geimpft.

Aufgrund dieser Zahlen beschloss die französische Regierung bereits im März, dass ab 1. Oktober Apotheker landesweit gegen Grippe impfen dürfen, solange sie eine entsprechende Fortbildung durchlaufen haben und von der Apothekerkammer dazu autorisiert wurden. Ergott-Badawi erklärt: „Auch wir haben die entsprechende Fortbildung fertig in der Schublade und warten nur darauf, dass wir sie unseren KollegInnen anbieten können. Jetzt ist die Politik gefragt, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen muss.“

In Frankreich ist ein separater Beratungsraum Voraussetzung. Vor der Impfung muss der Apotheker den Patienten aufklären und über Risikofaktoren wie Allergien befragen. Außerdem muss der Patient sein Einverständnis zur Impfung geben, und anschließend muss eine Eintragung ins Nationale Impfregister erfolgen. Das Honorar für Apotheker und Ärzte ist identisch und liegt bei 6 Euro. Die Kosten trägt die Krankenversicherung.

 


Mag.pharm. Raimund Podroschko
VAAÖ-Präsident


Mag.pharm. Susanne Ergott-Badawi
VAAÖ-Vizepräsidentin

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