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23.07.2020

Influenza & Corona: „Nur mit uns ApothekerInnen können wir die Impfraten rasch erhöhen!“

Foto © shutterstock / Tetiana Maltseva

Die Impfmüdigkeit der österreichischen Bevölkerung könnte in der kommenden Grippesaison zu einem großen Problem werden, nämlich dann, wenn das Influenza- und das Corona-Virus verstärkt aufeinandertreffen. Dem möchte Gesundheitsminister Rudolf Anschober mit Unterstützung der Apotheker entgegentreten. Raimund Podroschko, Vizepräsident der österreichischen Apothekerkammer und VAAÖ-Präsident, steht voll und ganz hinter der angedachten Strategie: „Wir sind derzeit dabei, Gespräche mit dem Gesundheitsministerium zu führen. Wir müssen rasch eine signifikant höhere Durchimpfungsrate erreichen, um die Menschen in unserem Land zu schützen. Erfahrungen aus anderen Ländern wie Irland oder die Schweiz zeigen, dass das nur mit uns ApothekerInnen in der nötigen Geschwindigkeit möglich ist. Uns ApothekerInnen das Impfen zu ermöglichen, ist die einzig richtige und sinnvolle Maßnahme!“

Aber warum ist das so wichtig?

Insgesamt 15,9 Milliarden Euro sollen seitens der EU-Kommission, der Regierungen und internationaler Partner für die Bekämpfung der Corona-Krise aufgewendet werden, ein Gutteil davon für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus und eine entsprechende Impfkampagne.

Mindestens ebenso wichtig und ein Teil dieser Maßnahmen ist aber die diesjährige Influenza-Impfung, für die in Österreich 1,1 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, das ist ein Drittel bis 40 Prozent mehr als in der vergangenen Grippesaison, wie Gesundheitsminister Anschober vor Kurzem ausführte. Außerdem wurde die Influenza-Impfung mit 200.000 kostenlosen Dosen in das Gratis-Kinderimpfprogramm aufgenommen. Und auch für über 65-jährige wurden 100.000 Impfungen finanziert.

So weit, so gut. Das Problem ist aber, wie Anschober ausführt, dass „die Akzeptanz und damit die Durchimpfungsrate bei Influenza höflich formuliert äußerst gering ist“. Im vergangenen Jahr wurden 750.000 Menschen, das sind rund 8,5 Prozent der Bevölkerung, gegen Influenza geimpft. „Das ist weit unter dem internationalen Schnitt und muss dringend erhöht werden,“ so der Gesundheitsminister weiter.

Podroschko ergänzt: „Denn nicht nur, dass die Viren einander sehr ähneln, sie verursachen auch fast identische Symptome. Das lässt einerseits vermutlich einen „gefährlichen Viren-Cocktail“ entstehen; andererseits würde es den ambulanten und stationären Bereich vor enorme Probleme stellen. Deshalb ist es so besonders wichtig, die Influenza-Impfraten rasch signifikant zu erhöhen, um damit die Influenza-Infektionen so gering wie möglich zu halten. Dazu muss ein neuer, innovativer Weg –eben über die Apotheken - eingeschlagen werden; die bisherige Strategie wird uns hier nicht weiterbringen, vor allem da die Zeit drängt.“

Anschober bestätigte diese Überlegungen: "Ich bin im Gespräch mit der Apothekerkammer.“ Zunächst werde eine Impfstrategie erstellt und im Anschluss überlegt, wie möglichst barrierefrei geimpft werden könnte.

Impfen in der Apotheke!

„Impfen in der Apotheke ist der bei weitem effektivste Weg um, wie von Minister Anschober formuliert, ‚in die Breite zu kommen‘“, zeigt sich auch Susanne Ergott-Badawi, VAAÖ-Vizepräsidentin und Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer, überzeugt. Sie stützt sich dabei auf Beispiele aus dem Ausland, die diesen positiven Effekt auf die Durchimpfungsrate eindrucksvoll belegen. „In zwölf europäischen Staaten, wie Frankreich, Schweiz und ab Herbst auch in Deutschland, gehört das Impfen in der Apotheke zum Alltag. Die dortigen Impfraten haben sich durch die Einführung des Impfens durch Apotheker deutlich erhöht, auch Ärzte verzeichneten einen Anstieg bei den Impfungen“, so Ergott-Badawi. 

Präsident Podroschko abschließend: „Wir ApothekerInnen unterstützen Minister Anschober hier voll und ganz, und übrigens haben ja auch SPÖ und NEOS vor Kurzem das Impfen in der Apotheke gefordert. Wenn das möglich ist, steht dem Gesundheitssystem der niederschwellige Zugang über die 1.400 österreichischen Apotheken mit ihren rund 400.000 Patientenkontakten täglich auch für diese so wichtige Maßnahme zur Verfügung. Ich bin überzeugt, dass wir es damit gemeinsam schaffen, die Durchimpfungsraten ausschlaggebend zu erhöhen. Wir ApothekerInnen sind jedenfalls bereit, diese Verantwortung zu übernehmen!“ 

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