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09.03.2020

Fälschungsrichtlinie, Part Two

Foto: © shutterstock / pikselstock

Die EU-Fälschungsrichtlinie muss seit Februar 2019 umgesetzt werden; doch deren Implementierung in die Praxis gestaltet sich nach wie vor nicht immer einfach.

„Die Banane reift wieder einmal beim Kunden,“ stellt Raimund Podroschko, VAAÖ-Präsident und Vizepräsident der Apothekerkammer, in Bezug auf die Umsetzung der Fälschungsrichtlinie mit einem Augenzwinkern fest, um dann, ernst, weiter auszuführen: „Gott sei Dank sind wir Apotheker es gewohnt, mit komplexen Systemen, auch in der Anfangsphase, umzugehen. Auch bei der Fälschungsrichtlinie zeigen sich bei der Implementierung teils nicht vorhersehbare Unwägbarkeiten, die nun - learning by doing – berücksichtigt werden müssen.“

Geplant war, so Teresa Ditfurth, in der Kammer zuständig für International Affairs, die von der EU vorgeschriebene Fälschungsrichtlinie mit 9. Februar 2019 in der Praxis zu implementieren; nun geht das System von der Stabilisierungsphase in die Startphase über. Nach wie vor ist eine Arzneimittelabgabe auch bei Auslösung eines Alarms möglich, u.a. um Lieferengpässe zu vermeiden. Der Unterschied ist, dass nun eine Missachtung der gesetzlichen Vorgaben Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Praktikable Lösungen

Die Umsetzung funktioniert – bei einer doch geringen Fehlermeldung von 0,1 % - noch nicht ganz optimal. Der Kammervizepräsident erläutert dazu: „Von den rund 1.000 Fehlermeldungen pro Tag basieren 60 Prozent auf falsches Handling bzw. Angaben seitens der Pharmaunternehmen, wobei es auch zu vielen Fehlermeldungen aufgrund falscher Scannerkonfigurationen kommt. Podroschko, der seitens der Apothekerkammer gemeinsam mit VP Christian Wurstbauer mit dieser Thematik befasst ist und eng mit allen Stakeholdern wie z.B. der AGES und deren Leiterin Christa Wirthumer-Hoche zusammenarbeitet, hält dazu fest: „Das bedeutet für uns in der Apotheke wieder einmal einen Alarm, dessen Bearbeitung kostbare Zeit in Anspruch nimmt.“

Alle Stakeholder arbeiten jedenfalls mit Hochdruck an praktikablen Lösungen. Doch ein „Scharfstellen“ habe, so Podroschko, erst dann Sinn, wenn alle technischen Hürden und alle Störfaktoren beseitigt sind, so dass das System verlässlich arbeiten kann. Deshalb soll dieses nun in einem eng evaluierten Prozess sukzessive in die Startphase übergeleitet werden.

… für die Patienten

Podroschko abschließend: „Angesichts der derzeitigen massiven Probleme mit den Lieferengpässen wird so mancher Kollege diesen zusätzlichen Anforderungen möglicherweise eher ablehnend gegenüberstehen. Fakt ist aber, dass wir die Richtlinie umsetzen MÜSSEN. Dabei ist mir vor allem eines wichtig: Auch wenn beide Themenkreise in der Praxis zurzeit teilweise sehr mühsam und zeitaufwendig sind, so zeigen wir damit doch unseren Einsatz und unsere Leistungen für unsere PatientInnen. Zudem ist es eine Frage der Arzneimittelsicherheit. Und das lohnt sich doch allemal. Deshalb meine Bitte an die KollegInnen: Machen Sie mit, kommunizieren Sie der amvs (office@amvs-medicines.at) die auftauchenden Probleme. Dann werden wir auch das bald im Griff haben!“

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Die Kampagne von Apothekerkammer und dem BM f. Gesundheit gegen Arzneimittelfälschungen.
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