STARK AUF IHRER SEITE.

21.03.2019

Sicherheits-Check & Medikationsanalyse


„Ich bin überzeugt: Unser Einsatz lohnt sich - für die Patienten, die Kostenträger und auch für uns Apotheker.“
Mag. pharm. Raimund Podroschko

„Wir haben großen Wert auf eine praktikable, ressourcenschonende Umsetzung in der Apotheke gelegt, und qualitätsgesicherte Schulungen werden angeboten.“
Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi

„Der "Sicherheits-Check an der Tara" ist die erste Anwendung der e-Medikation für Österreich.“
Ing. Walter M. Bugnar

„Wir erhalten damit einen validen Informationspool zu arzneimittelbezogenen Problemen.“
Mag. pharm. Catherine Bader

 

Zukunftsweisende Tools für die Apotheken

Das ambitionierte Projekt „Sicherheits-Check & Medikationsanalyse“ geht in die heiße Phase. Und es ist ein Projekt, das nicht nur den Anforderungen des Regierungsprogramms entspricht, sondern das auch von der Öffentlichkeit, sprich den Medien, breit thematisiert wird. Damit können die Apotheker ihre Kompetenz und ihre Leistungen für die Patienten evaluierbar unter Beweis stellen.

"Vor allem chronisch Kranke und ältere Menschen müssen oft mehrere Medikamente einnehmen. Doch wie kann man unerwünschte und mitunter gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten besser vermeiden? Die Apotheken starten heuer dazu ein Pilotprojekt, nämlich einen Sicherheits-Check, bei dem sofort bei Abgabe eines Medikaments eine Warnung im Computer aufscheinen soll, wenn es zu Wechselwirkungen kommen könnte." vermeldete die Ö1-Website als Hinweis auf ein Interview mit VAAÖ-Präsident und Apothekerkammer-Vizepräsident Mag. pharm. Raimund Podroschko im Ö1-Mittagsjournal zum geplanten Sicherheits-Check in den Apotheken. Wie das Mittagsjournal thematisierten auch andere Formate des ORF, die Salzburger Nachrichten, der Standard, der Kurier, Heute, diverse Nachrichtenagenturen uvm. das ambitionierte Projekt, das die Beratung und Betreuung durch die Apotheker standardisieren, optimieren und evaluierbar machen soll, wie Präs. Podroschko erläutert. Wobei er weiters betont, dass hinter diesem Angebot an die Patienten und die Kostenträger sämtliche Institutionen des Apothekerhauses stehen und deren Experten „mit Hochdruck an dieser doch sehr komplexen Materie arbeiten“. Ing. Walter M. Bugnar, Experte der Pharmazeutischen Gehaltskasse, ergänzt: „Der "Sicherheits-Check an der Tara" ist die erste e-Health-Anwendung für Österreich, basierend auf e-card und e-medikation. Die österreichische Apothekerschaft setzt diese Initiative zum Nutzen ihrer Kunden und ist damit Vorreiter bei e-Health in Österreich.“ 

Praktikable Umsetzung

Was soll nun dieses Tool umfassen, wie soll es realisiert werden? Und vor allem: Wie soll der einzelne Apotheker diesbezüglich fit gemacht werden? Mag. pharm. Susanne Ergott-Badawi, VAAÖ-Vizepräsidentin und stv. Vizepräsidentin der Apothekerkammer, erklärt die Vorgangsweise: „Niemand braucht Scheu in Bezug auf die Praktikabilität zu haben. Wir haben großen Wert auf eine praktikable, ressourcenschonende Umsetzung in der Apotheke gelegt, und qualitätsgesicherte Schulungen werden angeboten. Es gibt darauf maßgeschneiderte, neue Kurse, die wir gemeinsam mit der schottischen Robert-Gordon-University entwickelt haben. Diese Universität weist hier eine hohe Expertise auf, weil in Schottland entsprechende Programme schon lange mit großem Erfolg angeboten werden. Die Kurse umfassen jeweils zwei Tage; wir starten im Mai in Wien und Innsbruck und im September folgt Graz.“ Dazu meint Mag. Podroschko: „Wir stehen selbst an der Tara und kennen die Anforderungen, den Zeitdruck und die Abläufe. Beim Sicherheits-Check und der entsprechenden Beratung geht es ja nicht um neues, fachliches Wissen. Es geht vielmehr darum, die Beratung u.a. zu Neben- und Wechselwirkungen mit elektronischer Hilfe strukturierter anzubieten, so dass ein einheitlicher Standard in allen Apotheken gewährleistet werden kann. Damit minimieren wir die Arzneimittelrisiken und steigern die Effektivität der Arzneimittelanwendung. Und vor allem können wir damit nachweisen, welchen Mehrwert wir in der Apotheke generieren. Das stärkt wiederum unsere Position in den zukünftigen Verhandlungen mit dem Hauptverband, in denen wir ja einen Paradigmenwechsel in der Refundierung anstreben.“

Zweite Ausbauphase: Medikationsanalyse

Denn als sozusagen zweite Ausbauphase wollen die Apotheker ihren Patienten mit der Medikationsanalyse eine detaillierte, ebenfalls genau strukturierte und elektronisch gestützte Beratung zu deren Arzneimitteln anbieten, die mehr Zeit in Anspruch nehmen und deshalb auch gesondert honoriert werden soll. Bei diesem im Regierungsprogramm vorgesehenen Tool soll im Computer in der Apotheke eine Warnung aufpoppen, wenn ein Patient mehr als sechs Medikamente einnimmt. Mag. Podroschko wünscht sich nun, dass diese Grenze flexibler auf den jeweiligen Patienten abgestimmt wird. Jedenfalls soll ab einem gewissen Alter und verschiedenen Medikamenten eine Warnung aufleuchten, die dann zu einem Beratungstermin mit dem Patienten führen soll. Bei diesem Analysegespräch klärt der Apotheker über die richtige Medikamenteneinnahme im Sinne eines „Feintunings“ auf. Das soll allerdings erst umgesetzt werden, wenn die Finanzierung gesichert ist. Darüber laufen noch Verhandlungen mit dem Hauptverband.

Ein weiterer, positiver Effekt der Medikationsanalyse sei, wie Mag. pharm. Catherine Bader, im VAAÖ-Vorstand und Obfraustellvertreterin in der Pharmazeutischen Gehaltskasse, erläutert, dass „wir durch die standardisierte Dokumentation endlich einen validen Datenpool zu arzneimittelbezogenen Problemen erhalten. Darauf aufbauend lassen sich dann evidenzbasierte Maßnahmen zur Arzneimitteltherapie entwickeln.“ Mag. Bader und Ing. Bugnar zählen ebenfalls zum Projektteam und gestalten seitens der Pharmazeutischen Gehaltskasse dieses umfassende Projekt mit.

Realisierung des Sicherheits-Checks

Der Sicherheitscheck startet im Spätherbst 2019 mit einem Pilotprojekt in zehn Apotheken; bis zum Frühjahr 2020 soll das Service in etwa 100 Betrieben angeboten werden. Dabei leuchtet bei der Abgabe eines Arzneimittels am Terminal eine Warnung auf, wenn es zu einer Wechselwirkung mit einem der anderen, bereits verschriebenen bzw. angewendeten Arzneimitteln kommen kann. Erfasst sollen dabei auch rezeptfreie Medikamente – in späterer Folge auch Nahrungsergänzungsmittel - werden, wobei es hier sehr auf die Compliance und das Vertrauen des Patienten ankommt. Präs. Podroschko dazu: „Das vertrauensvolle Verhältnis zu unseren Patienten, das uns Umfragen immer wieder bestätigen, und die Tatsache, dass die meisten Österreicher eine Stammapotheke haben, ist dafür eine sehr gute Ausgangssituation. Denn je lückenloser wir die eingenommenen Präparate erfassen können, desto mehr Benefit lukrieren der Patient, aber auch die Kostenträger aus unserem Angebot.“

Der Sicherheits-Check ist als Anwendung der e-Medikation konzipiert, mit der für jeden Patienten die von den Vertragsärzten verordneten und von den Apotheken abgegebenen Medikamente ein Jahr lang gespeichert werden.

Arzneimittelsicherheit, Compliance, Health Literacy

Der VAAÖ-Präsident betont: „Die Apothekenpflicht für Arzneimittel ist eine unverzichtbare Ausgangsbasis. Denn schon jetzt weisen wir in Österreich signifikant weniger Zwischenfälle aufgrund von WWs und UAWs auf als andere Länder, und auch die Antibiotikaresistenzen sind bei uns weniger häufig. Nun wollen wir mit dem Projekt „Sicherheits-Check & Medikationsanalyse“ die Arzneimittelsicherheit weiter anheben sowie Compliance und Health Literacy steigern. Denn nur ein optimal angewandtes Medikament kann auch optimal wirken. Gleichzeitig zeigen wir damit nachvollziehbar, was wir leisten (können), und festigen so unsere Funktion als Gesundheitsdienstleister und Nahversorger. Und: Es untermauert die Bedeutung des einzelnen Apothekers für die Apotheke. Vielen Meinungsbildnern wird damit stärker bewusstwerden, dass die Apotheker an der Tara die Apothekenbetriebe erst zu Apotheken machen. Denn ohne die angestellten Apotheker kann die Apotheke alle diese Leistungen, die von ihr seitens der Gesundheitspolitik und vor allem der Bevölkerung erwartet und verlangt werden, nicht erbringen und so den entscheidenden Unterschied zu Versandapotheken, Drogeriemärkten & Co. machen.“

Präs. Podroschko abschließend: „Es ist ein großes Projekt mit vielen unterschiedlichen Aspekten und Anforderungen, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Doch ich bin überzeugt: Unser Einsatz lohnt sich - für die Patienten, die Kostenträger und auch für uns Apotheker.“

Anmelden im
Mitgliederbereich
Login
Suche

Informationen zur Ausbildung

Arbeitsgemeinschaft österreichischer Krankenhausapotheker
http://www.aahp.at

Die Kampagne von Apothekerkammer und dem BM f. Gesundheit gegen Arzneimittelfälschungen.
http://www.auf-der-sicheren-seite.at/
Über 1 Million Views - jetzt das Video ansehen:
Zum Video