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04.11.2019

Die Wichtigkeit der apothekerlichen Beratung!

Anlässlich eines vor kurzem ergangenen Urteils des OLG Innsbruck, in welcher eine Apotheke zu einer hohen Schadenersatzzahlung wegen mangelhafter Beratung verurteilt wurde, ist es uns besonders wichtig, dass unsere Mitglieder im Rahmen ihrer verantwortungsvollen Beratungstätigkeit rechtlich abgesichert und gut beraten sind!

Kurz zum Sachverhalt: Eine Kundin bekam von der zuständigen Apothekenmitarbeiterin Handbäder mit Paraffin ausgegeben und zog sich bei der Auflösung des Paraffinwachses schwerste Verletzungen zu. Die Kundin gab an, dass die Angestellte im Beratungsgespräch auf eine mögliche Brennbarkeit des Paraffins nicht hingewiesen habe. Die Apothekenmitarbeiterin hingegen bezeugte, dass eine ausreichende mündliche Beratung erfolgt sei. Da der Apotheke der Beweis betreffend der korrekten mündlichen Aufklärung nicht gelang, verurteilte das OLG Innsbruck die Apotheke u.a. zu einer Schadensersatzzahlung von ca. € 45.000,00.

An diesem Punkt ist festzuhalten, dass das Urteil des OLG Innsbruck überraschend kundenfreundlich ausgelegt wurde. Aber gerade weil der Kunde sich auf unsere fachliche Beratung verlassen kann, sind wir als die Experten in Fragen der Arzneimittelsicherheit zu höchster Sorgfalt verpflichtet und am Ende dafür beweispflichtig.

Auch bei ausreichender mündlicher Beratung bietet es sich daher an – sowohl bei der Abgabe von Arzneimitteln als auch Medizinprodukten – auf Behältnissen einen schriftlichen Hinweis über die Art der Anwendung und mögliche Gefahren anzubringen (siehe auch Kammer-Info 45/19 vom 24.10.2019). 

Als angestellte Apotheker liegt es in unserer Verantwortung, dem Kunden eine fachgerechte Beratung anzubieten. Sollte der Kunde keinen Wert auf eine Beratung legen oder diese ablehnen, sollten Sie zumindest auf die schriftliche Gebrauchsanweisung hinweisen. Wenn Sie während der Beratung merken, dass dem Kunden z.B. aufgrund fehlender Sprachkenntnisse, altersbedingt oder mangelnder Auffassungsgabe die schriftliche Gebrauchsanweisung nicht ausreichend weiterhilft, so ist es notwendig, die mündliche Beratung umso zielführender vorzunehmen. Die Dokumentation der mündlichen Beratung kann bspw. durch einen Vermerk am Kassenbon oder durch Zuziehung eines weiteren Mitarbeiters erfolgen.

Mit einer korrekt durchgeführten Beratung tragen Sie nicht nur zur Patientensicherheit bei, sondern schützen sich auch selbst vor  unangenehmen Haftungsfragen.

Grundsätzlich wird der Kunde primär die Apotheke zur Haftung heranziehen, da der Schaden in der Betriebshaftpflichtversicherung des Apothekenbetriebes ausreichend Deckung findet. Die Versicherung hat nun die Möglichkeit, den Schaden beim betroffenen angestellten Apotheker zu regressieren. An diesem Punkt kommt das Dienstnehmerhaftpflichtgesetz zur Anwendung, sodass bei richtiger rechtlicher Beratung der Schaden erheblich gemindert werden kann. Für diesen Fall und weitere Fragen steht Ihnen unsere Rechtsabteilung jederzeit zur Verfügung! Zudem genießen Sie als VAAÖ – Mitglied den Schutz unserer Berufshaftpflichtversicherung, welche Schäden bis zu € 1.500.000,00 abdeckt.

Bei Fragen wenden Sie sich an unsere Mitgliederabteilung (01/404 14 421) und unsere Rechtsabteilung (01/404 14 411). Der VAAÖ – Stark auf Ihrer Seite!

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Arbeitsgemeinschaft österreichischer Krankenhausapotheker
http://www.aahp.at

Die Kampagne von Apothekerkammer und dem BM f. Gesundheit gegen Arzneimittelfälschungen.
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