STARK AUF IHRER SEITE.

Artikel XI - Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung

(1) Volldienstleistende vertretungsberechtigte Apotheker haben Anspruch auf Freistellung von der Dienstleistung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung bis zum Höchstausmaß von sechs halben Arbeitstagen pro Dienstjahr, zuzüglich der während der Dienstfreistellung anfallenden Bereitschaftsdienste. Das Entgelt für die entfallende Arbeitszeit am Tage (Art. IV Abs. 2) ist fortzuzahlen, für entfallende Bereitschaftsdienste besteht weder Anspruch auf Entgelt noch auf Ersatzruhezeit. (Fassung vom 01.07.2004)

Für die Zentralen Fortbildungsveranstaltungen der Österreichischen Apothekerkammer sowie für die Sommerakademie in Pörtschach und die Fortbildungsveranstaltung der ÖPhG in Seggau kann die Fortbildungsfreistellung auch derart in Anspruch genommen werden, dass für die außerhalb der individuellen Arbeitszeit liegende Dauer der Veranstaltung inklusive An- und Abreisezeiten bezahlte Arbeitszeit im Ausmaß von bis zu höchstens 16 Stunden freizugeben ist. (Fassung vom 01.01.2005)

(2) Teildienstleistenden vertretungsberechtigten Apothekern steht ein ihrem Dienstausmaß entsprechender aliquoter Teil des unter Abs. 1 genannten Ausmaßes der Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung zu.

Bei Konsumation der Fortbildungsfreistellung im laufenden Dienstjahr ist das zum Zeitpunkt des Besuches der Fortbildungsveranstaltung bei der Pharmazeutischen Gehaltskasse gemeldete Dienstausmaß zur Bestimmung der Wochenarbeitszeit heranzuziehen. Bei Konsumation während einer Höhermeldung ist der aktuell ermittelte Freistellungsanspruch um den bereits in diesem Dienstjahr konsumierten Freistellungsanspruch zu reduzieren. Eine Reduktion des Dienstausmaßes begründet keine Rückleistungsverpflichtung bereits konsumierter Fortbildungsfreistellung.

Fallen in ein Dienstjahr Zeiten eines Präsenzdienstes, Zivildienstes, Ausbildungsdienstes oder einer Karenz nach dem Mutterschutz- bzw. Väterkarenzgesetz, so gebührt die Dienstfreistellung im aliquoten Ausmaß, wobei auf halbe Arbeitstage aufzurunden ist. (Fassung vom 01.07.2004)

(3) Die Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung kann frühestens nach einer Betriebszugehörigkeit von einem Jahr in Anspruch genommen werden.

(4) Die Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung kann für Veranstaltungen, die pharmazeutische Fach-, Rechts- und Wirtschaftsfragen des Apothekenbetriebes zum Gegenstand haben, in Anspruch genommen werden. Die in Frage kommenden Fortbildungsveranstaltungen werden von der Österreichischen Apothekerkammer verlautbart, wobei den Kollektivvertragspartnern ein Anhörungsrecht eingeräumt wird.

(5) Die Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung hat im Einvernehmen zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer, unter Rücksichtnahme auf die Erfordernisse des Betriebes und die Fortbildungsmöglichkeit des Angestellten zu erfolgen. Der Nachweis der Teilnahme an der Fortbildungsveranstaltung hat durch nachträgliche Beibringung einer Teilnahmebestätigung zu erfolgen.

Ein Ersatzanspruch auf Vergütung von nichtkonsumierter Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung besteht nicht. Kann eine bereits vereinbarte Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung aus betrieblichen Gründen nicht konsumiert werden, so sind dem Dienstnehmer die dadurch erwachsenden Kosten zu ersetzen.

Nicht in Anspruch genommene Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung kann auch in dem der Anspruchsbegründung nachfolgenden Dienstjahr konsumiert werden. Für die Berechnung des Übertragungsanspruches ist das im abgelaufenen Dienstjahr durchschnittlich gemeldete Dienstausmaß ausschlaggebend. (Fassung vom 01.07.2004)

(6) Die Inanspruchnahme der Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung kann keinesfalls verweigert werden, wenn eine geeignete pharmazeutische Fachkraft zur Vertretung des an der Fortbildung teilnehmenden Dienstnehmers gestellt werden kann. Meinungsverschiedenheiten zwischen Dienstgeber bzw. Apothekenleiter und Dienstnehmer bezüglich Gewährung der Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung sind vor Anrufung des zuständigen Gerichtes zunächst der für den Apothekenbetrieb zuständigen Landesgeschäftsstelle der Österreichischen Apothekerkammer zur Entscheidung vorzulegen. Die Anrufung des zuständigen Gerichtes ist zulässig, sobald die Entscheidung der für den Apothekenbetrieb zuständigen Landesgeschäftsstelle der Österreichischen Apothekerkammer ergangen ist oder nicht binnen vier Wochen nach Vorlage ergeht.

(7) Die Bestimmungen der Absätze 1 bis 6 verlieren mit Einführung eines gesetzlichen allgemeinen Anspruches auf Dienstfreistellung zum Zwecke der beruflichen Fortbildung ihre Wirksamkeit.


Erläuterungen für Mitglieder:

Als angemeldetes Mitglied erhalten Sie hier weitere Erläuterungen zu diesem Artikel.

zum Login

Anmelden im
Mitgliederbereich
Login
Suche