Die Geschichte des VAAÖ (Kurzfassung)

Als der VAAÖ im Jahre 1891 gegründet wurde, waren die Ziele dieses Vereins ähnlich jenen von heute, nämlich die soziale Gerechtigkeit für seine Mitglieder, den angestellten Apothekerinnen und Apothekern Österreichs, zu sichern.

Betrachtet man die Situation der Angestellten Apotheker im Laufe der Geschichte, so empfindet man einen großen Respekt und Dankbarkeit den Kollegen gegenüber, welche sich für die Gründung des heutigen VAAÖ eingesetzt haben, denn ohne sie hätten wir alle nicht das Privileg unter diesen gerecht geregelten Arbeitsbedingungen unseren Lebensunterhalt verdienen zu können.

Bis zum Jahr 1889 war die Matura für das Pharmazie-Studium nicht erforderlich. Um Apotheker zu werden benötigte man 6 Klassen Gymnasium, 3 Lehrjahre in der Apotheke (mit Matura nur 2) und danach 2 Jahre Hochschule. Erst ab dem Jahr 1920 wurde die Matura zu Pflicht.

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Situation der Angestellten Apotheker nicht rosig…sie hatten schwierige Arbeitsbedingungen, wurden schlecht und uneinheitlich entlohnt. Nicht einmal die würdige Berufsbezeichnung „Angestellte Apotheker“ war ihnen zugeschrieben, damals nannte man sie nur „Apothekergehilfen“, dann „Apotheker- Assistenten“. Diese Apotheker-Assistenten waren entweder Magister der Pharmazie oder haben in der Apotheke eine Lehre abgeschlossen.

Immer stärker wurden die Aufrufe zur Bildung eines Vereins für Apotheker- Assistenten. Im Jahr 1891 war es endlich soweit: es wurde der „Allgemeine Österreichische Apotheker- Assistenten-Verein“ mit etwa 150 Mitgliedern gegründet. Vorstand war Herr Mag. Paul Jobst. Interessanterweise zählten damals auch einige Selbstständige Apotheker zu den Mitgliedern dieses Vereins. Gleich im darauf folgenden Jahr wurde ein Vereinsbüro mit Stellenvermittlung gegründet. Der Verein stellte auch schon seine erste arbeitsrechtliche Forderung: Arbeitszeit von 8 Stunden / Tag.

Im Laufe der Geschichte wurde der Name unseres Vereins immer wieder geändert:

1896: "Allgemeiner Österreichischer Pharmaceuten Verein"
1897: "Verband Pharmaceutischer Vereine Österreichs"
1910: "Pharmazeutischer Reichsverband für Österreich"
2000: "Verband Angestellter Apotheker Österreichs – VAAÖ"

Das Jahr 1907 brachte viele Fortschritte für die Apotheker, zuerst erhielten die Apotheker-Assistenten das Recht auf eine offizielle Interessensvertretung im „Apotheker- Gremium“ (Vorläufer der Apothekerkammer), dann wurde 1908 die Pharmazeutische Gehaltskasse gegründet.

In der Zeit des Ersten Weltkrieges zwischen 1914 und 1918 ruhten natürlich die Reformen und da sehr viele Männer in den Krieg zogen, „mussten“ die Frauen in den Apotheken arbeiten. Dies hatte zur Folge, dass im Jahr 1921 erstmals zwei weibliche Funktionäre im Reichsverband tätig waren.

Spannend mit all ihren Höhen und Tiefen nimmt die Geschichte ihren weiteren Lauf: 1938 die Auflösung des Reichsverbands, die Wiederbelebung des Reichsverbands durch die Neugründung im Jahr 1946 …

Ein Fixpunkt wurde das Jahr 1948: hier wurde beschlossen, dass nur Angestellte Apotheker als Mitglieder des Reichsverbands zulässig sind, da sonst der Verband nicht kollektivvertragsfähig gewesen wäre.

Man kann ab diesen Zeitpunkt ein „Bergauf“ in der Geschichte des Verbands beobachten:
Erstmals wurde ihm im Jahr 1949 die Kollektivvertragsfähigkeit zuerkannt, und schon folgte im Jahr 1952 der neue Kollektivvertrag für ganz Österreich. Das Jahr 1954 war auch ein sehr ereignisreiches Jahr: der Zweigverband des Reichsverbands, die „Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Krankenhausapotheker“ wurde gegründet. Endlich waren alle Angestellten Apotheker – sowohl aus den Anstalts- als auch den öffentlichen- Apotheken unter einem Dach, nämlich dem des Reichsverbands versammelt.

Es wurden im Laufe der folgenden Jahrzehnte sehr viele wichtige Reformen für uns Angestellten Apotheker erzielt: ihre Aufzählung würde diesen Rahmen ganz sicher sprengen.
(Den kompletten Überblick erhalten Sie im Folder unserer 115-Jahr-Feier: --> Link)

Ein einschneidendes Ereignis bleibt noch zu erwähnen: Wegen zu großer Konflikte in der Vereinsspitze und zwischen den Funktionären kam es im Jahr 1997 zum Verlust der Positionen des Verbands in der Apothekerkammer und Gehaltskasse. Es kam zum Ausschluss einiger Funktionäre, zum Austritt von Mitgliedern und zur Gründung einer weiteren Angestelltenorganisation.

Mit der im Jahr 2000 beschlossenen Namensänderung zu „Verband Angestellter Apotheker Österreichs“ (VAAÖ) und mit neuer Satzung ging es langsam aber sicher wieder aufwärts.

2008 konnte der VAAÖ dann so richtig durchstarten. Mit einem neuen Team konnten schon lange notwendige Reformen angegangen und umgesetzt werden. Unsere Ziele, die uns bereits im Laufe unserer mehr als hundertjährigen Verbandsgeschichte begleitet haben und schon zu vielen für die Angestellten ApothekerInnen wichtigen Reformen geführt haben, sind angesichts der heutigen Entwicklungen aktueller denn je:

  • Sicherung des Berufes „Angestellte/r Apotheker“
  • Schaffung eines eigenen Berufsgesetzes, eines ApothekeRgesetzes
  • Gerechte Entlohnung
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  • Soziale Sicherheit für unsere KollegInnen uvm.

Von Mag.pharm. Susanne Ergott-Badawi

Anmelden im
Mitgliederbereich
Login
Suche